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Warenfluss einfach erklärt

Materialfluss – kommst du mit auf eine Produktreise?

Dem EUROKRAFT Schubladeneinteilungsset auf der Spur.

 

 

Was verstehen Sie unter Materialfluss? Wenn Sie sich mit Warenwirtschaft auskennen, wissen Sie, was mit der „räumlichen Planung und Steuerung der Materialbewegungen innerhalb eines Unternehmens und zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt“ gemeint ist. Diese Wortwahl stammt übrigens aus Wikipedia und klingt für die meisten sehr abstrakt. Das ist es auch, denn die Verwaltung des Materialflusses in Ihrer Firma ist äußerst komplex und umfangreich.

Damit Sie die einfachen Prozesse dahinter besser verstehen, nehmen wir Sie deshalb mit auf die Reise unseres Schubladeneinteilungssets, beschränken uns damit auf den Warenfluss nur eines Produkts und verabschieden uns damit von aller Komplexität.

Aller Anfang ist das Herstellerlager

Das Schubladeneinteilungsset von EUROKRAFT besteht aus je einem Längsteiler und vier Querteilern pro Set und wird so angeliefert, dass man diese Teile nur noch zusammenstecken muss. So steht es im Datenblatt. Und nur so wird es später von Empfängern auch akzeptiert.

Das heißt also, dass die Einzelteile in der Herstellung erst einmal zusammengefügt werden, bevor überhaupt irgendetwas eingelagert oder verschickt wird. Und damit beginnt schon der Materialfluss.

Transportweg 1: Lager Hersteller –> Produktion Hersteller

In produzierenden Unternehmen müssen die meisten Bereiche regelmäßig mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Zulieferteilen und Halbfabrikaten sowie allgemein mit Büroartikeln und Ersatzteilen ausgestattet sein. In vielen Produktionsstätten sind daher Fördersysteme installiert worden. Per Rollenbahnen oder Förderbänder können Güter schnell und effektiv zugeführt werden. Dies eignet sich sinnvollerweise vor allem für sehr große Betriebshallen. In kleineren Produktionsstätten holen Mitarbeiter die Güter teilweise noch selbst vom Lagerplatz ab. Große Teile müssen aber auch hier mit Hilfe von Transportgeräten bewegt werden.

Im Falle unseres Schubladeneinteilungssets fügt auch ein Mitarbeiter die vier Trennbleche der Querteiler mit dem Trennblech des Längsteilers zusammen.

Was muss vor dem Warenversand beachtet werden?

Transportweg 2: Produktion Hersteller –> Zwischenhändler

 

Damit unser Schubladeneinteilungsset startklar für den Versand zum Zwischenhändler ist, werden die einzelnen Bestandteile also am Lagerplatz gescannt, entnommen und zum Packtisch gebracht. Hier folgt der wichtigste Arbeitsschritt vor dem Warenversand: das Verpacken.
Die Umverpackung der Ware muss so ausgewählt werden, dass das Produkt vor Kratzern geschützt wird. Und auch der Verpackungskarton darf nicht durch die Ecken und Kanten der Bleche beschädigt werden. Oft wird hierfür Verpackungsfolie oder Luftpolsterfolie verwendet. Der Umkarton, der am besten passt, lässt wenig Luft zum Verrutschen.

Das ist der Karton unseres Schubladeneinteilungssets: Er wird außen mit einem Barcode beklebt, sodass der Artikel nun als ein ganzes eingescannt und eingelagert werden kann.

Und wo geht es jetzt hin? Zum Zwischenhändler. Denn der verkauft Werkbänke und Schubladenschränke und hat 200 Schubladeneinteilungssets bei uns bestellt. Unser Set verlässt nun also mit 199 weiteren den Warenausgang unserer Eigenfertigung in Haan. Immer zehn in einem größeren Karton und auf Europaletten gestapelt. Fest umwickelt mit Umreifungsfolie. Das ist Teil der Ladungssicherung. Schließlich sollen die Kartons nicht vom Stapel fallen. Aber dazu später noch mehr.

Was passiert im Wareneingang?

Die Ware wird angeliefert, das ist klar. Aber viel wichtiger dabei ist, dass die Ware zur vereinbarten Zeit ankommt. Nicht nur, damit die gelieferten Güter rechtzeitig verwendet werden können, sondern vor allem auch, um ein Verkehrschaos auf dem Betriebsgelände zu vermeiden. Stellen Sie sich vor bei Ihnen fahren plötzlich fünf LKWs gleichzeitig vor.
Die Kontrolle der Ankunftszeit und die Rückmeldung von Abweichungen an den Lieferanten gehören daher zu den Aufgaben der Warenannahme. So können gemeinsam die Lieferzeiten optimiert werden.

 

Weitere Aufgaben sind:

  • Bestätigung der eingehenden Ware
  • Erfassen der Liefermenge, ggf. über mobile Daten
  • Prüfung durch Stichproben, Wiegen etc.
  • Erfassung und ggf. Weiterverwendung von Verpackungen, Paletten und Transportbehältern
  • Sortierung und Vorbereitung für den weiteren Materialfluss

 

Unser Schubladeneinteilungsset steht nun also im Wareneingang auf einer Palette. Jetzt wird eines der anderen 199 Sets entnommen und auf einer Waage gewogen. Ein Set wiegt 5 kg und die Verpackung 500 g. Das sind 5,5 kg pro Stück. Danach wird die gesamte Palette mit allen Kartons gewogen. Das Gewicht der Palette wird vom erreichten Gesamtgewicht abgezogen. Ergebnis: 1,1 Tonnen. Das heißt, es sind auch wirklich 200 Sets angekommen. Erst wenn dies geprüft wurde, wird die Seriennummer eingescannt, und die Ware im System des Zwischenhändlers eingetragen.

Transportweg 3: Wareneingang Zwischenhändler –> Lager Zwischenhändler

In der Lagerhalle des Zwischenhändlers wird mit einem chaotischen Lagersystem gearbeitet. Dieses ist mit dem Warenwirtschaftssystem verbunden. Kommissionierer scannen Lagerware ein, wenn diese ankommt und bringen sie anschließend an einen freien Platz. So wird der Lagerplatz im Warenwirtschaftssystem beim Produkt hinterlegt und man kann nachsehen, welcher Artikel wo lagert. Mit Kommissionierwagen und Hubwagen navigieren sich die Lageristen von Lagerort zu Lagerort.

 

Unser Einteilungsset wird nun also zusammen mit den anderen auf seiner Palette per Hubwagen ins Lager gebracht.

Transportweg 4: Lager Zwischenhändler –> Warenausgang Zwischenhändler

Eine Woche später bestellt ein Kunde Ersatzteile und Erweiterungen für seine Werkbank oder seinen Schubladenschrank. Zusammen mit einem Lochplattensystem, einem Schließzylinder mit Schlüssel und einer Feinriefenmatte wird das Set wieder am Lagerplatz des Zwischenhändlers ausgescannt und zum Packtisch gebracht. Das heißt wir sind auf der Zielgeraden und unser Produkt kommt bald an der Verwendungsstelle an.

Die Kraft eines guten Packtisches

Ein guter Packtisch ist die Stellschraube für die Schnelligkeit im Warenfluss, denn wenn ein Packer alles griffbereit auf individueller Arbeitshöhe hat, kann er effizienter und gesünder arbeiten. Aber was macht einen Packtisch zu einem guten Packtisch?

 

  • Alle benötigten Hilfsmittel (Kartonagen, Klebebandabroller, Waagen, Versandlabeldrucker, etc.) stehen direkt am Packtisch zur Verfügung.
  • Digitale Anbindung der einzugebenden Daten (Artikel, Anzahl, Gewicht, Lieferadresse, etc.).
  • Der Packtisch kann in der Höhe verstellt werden, damit große und kleine Mitarbeiter unter denselben Voraussetzungen arbeiten.
  • An der Packstation muss jede Art der Verpackung möglich sein: von Briefumschlägen, über die Kartonpalette bis hin zu Fässern und Containern.

Die Kraft der richtigen Verpackung

Unser Schubladenset ist immer noch in seiner ursprünglichen Umverpackung. Zusammen mit den anderen drei Artikeln für den Kunden wird es jetzt am Packtisch wieder so verpackt, dass nichts beschädigt wird. Folgende Regeln helfen beim richtigen Verpacken:

 

  • Die schweren Artikel kommen nach unten.
  • Empfindlichere Produkte liegen möglichst innen und leichte Ware liegt oben auf.
  • Luftkissen, Packpapier oder Kartonreste dienen als Lückenfüller und Puffer innerhalb des Pakets, damit das Aneinanderreiben der einzelnen Packgüter oder die Beschädigung der inneren Kartonwand verhindert werden kann.
  • Leichte Güter werden mit weichen Materialien wie Luftpolsterfolie geschützt, während man für schwere Waren härtere Polster wie perforierten Karton verwendet.
  • Da die Ecken und Kanten einer Umverpackung am häufigsten beschädigt werden, sollten diese von innen auf jeden Fall mit Polstermaterial geschützt sein.

 

Wenn alles sicher verpackt ist, kommt das Paket auf den Versandwagen und wird zum Warenausgang gebracht.

Logistik: Warum eine gute Vorbereitung alles ist

Die Ladungssicherung ist für jeden Logistikdienstleister Pflicht. Spediteure nutzen dazu Hilfsmittel wie Zurrgurte, Netze, Anti-Rutschpads und Unterlegkeile. Diese haben LKWs meist an Board. Wenn der Fahrer also die Unterlagen zum Versandgut erhält, prüft er, ob alles da ist, und lädt dann so ein, dass er es gut sichern kann. Ziel ist, dass die Ware selbst nach vielen Kurven und Schlaglöchern noch so steht, wie zu Beginn der Fahrt.

Transportweg 5: Warenausgang Zwischenhändler –> Verwendungsstelle

Nach vielen Stunden Fahrt und einem langen Stau in und um Stuttgart kommt das Paket mit unserem Schubladeneinteilungsset an der Verwendungsstelle an. Der Inhalt wird geprüft, das Set wieder am Lagerplatz des Zwischenhändlers ausgescannt und das Lieferdokument unterschrieben.
Eine Stunde später steckt unser Einteilungsset bereits in der Schublade einer Werkbank im Schwabenland. Dort wird es noch viele Jahre bleiben, denn auf EUROKRAFT Produkte gibt es zehn Jahre Garantie. So endet unsere Produktreise.

Wie planen Sie Ihren Warenfluss?

Stellen Sie die richtigen Ausgangsfragen!

 

Die hier geschilderte Produktreise ist natürlich der Idealfall. So funktioniert sie nur, wenn die Grundvoraussetzungen erfüllt sind. Damit die komplette Produktreise am Ende auch nach Terminplan läuft, müssen bereits im Vorfeld viele Fragen immer schnell beantwortet werden:
 

  • Wie lange braucht eine Warengruppe von A nach B?
  • Wie viele Einheiten werden mit einer Lieferung verschickt?
  • Wie muss die Ware verpackt und gesichert sein, damit sie den Transport unbeschadet übersteht?
  • Wie viele unterschiedliche Transportwege gibt es und welcher ist für uns der beste?


Im Idealfall sind die Antworten auf diese Fragen pro Warengruppe in einem System hinterlegt. Wenn Sie dann zum Beispiel Ware X am Packtisch einscannen, weiß das System schon, bei welcher Spedition die Ware für den Versand angemeldet werden muss und wie lange der Transportweg zum Empfänger ungefähr dauert. Daraus wird automatisiert der Liefertermin mit Uhrzeit errechnet und beim Empfänger angegeben. Staus und Unfälle sind natürlich nicht vorhersehbar.

 

Ergreifen Sie die richtigen Maßnahmen!

 

Gute Vorbereitung ist alles: Sie sollten immer wissen, was zu tun ist, wenn …

 

  • … zu wenig oder zu viel Ware im Wareneingang ankommt als bestellt wurde?
    Halten Sie das unbedingt auf den Begleitpapieren fest und lassen Sie es sich vom Lieferanten der Ware gegenzeichnen. Danach kontaktieren Sie den Versender und besprechen das weitere Vorgehen.
     
  • … Ware beschädigt ankommt?
    Grundsätzlich haftet der Logistik-Dienstleister. Vorausgesetzt der Schaden ist nicht durch mangelnde Verpackung des Versenders entstanden. Dies kann in der Regel nachgewiesen werden. Stellen Sie Schäden bereits bei der Prüfung im Wareneingang fest, notieren Sie diese auf den Begleitpapieren und lassen Sie es sich vom Lieferanten gegenzeichnen. Fallen die Mängel erst später auf, melden Sie diese unverzüglich dem Versender.
     
  • … Ware sehr schwer und sperrig ist?
    Prüfen Sie vor dem Transport, ob Mitarbeiter dafür eine Schutzausrüstung brauchen und ob der Transport mit großen Maschinen stattfinden muss. Halten Sie Regelwerke für Mitarbeiter bereit und sensibilisieren Sie sie zu einem sicheren Umgang mit diesen Maschinen. Die Sicht kann zum Beispiel beim Transport eines großen Gegenstandes mit einem Hebegerät stark eingeschränkt sein. Das erhöht die Unfallgefahr. Mehr zum Thema Arbeitsschutz.

 

Wenn Sie noch Fragen zum Thema Materialfluss oder zu einem unserer Produkte haben, schreiben Sie uns einfach eine Nachricht, chatten Sie mit uns im Webshop oder rufen Sie uns an. Wir sind gerne für Sie da.

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