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How to entertain.

Aller Anfang ist schwer.

Hektisch schiebt er Blätter hin und her, nach oben, wieder nach unten, nein doch wieder nach vorn. Nervös greift er in die Tasche und kramt einen Marker heraus. Jetzt wird nochmal unterstrichen, markiert, gepunktet. Peter ist gut in seinem Fach. Der Haken? Er tut sich schwer damit, seine Fachkenntnis anderen begreiflich zu machen.

Wie fängt man eine Präsentation an? Wie begeistert man seine Zuhörer?

Wir wissen, dass es wirklich gute Präsentationsmaterialien gibt, mit denen es leicht fällt, sein Thema zu veranschaulichen. Aber wir wissen auch, dass diese Hilfsmittel längst nicht den Super-Moderator aus Ihnen machen. Deshalb wollen wir auch, dass Sie bei uns alles für eine gelungene Präsentation bekommen: Sprachliche Stilmittel und Praxisbeispiele gehören da genauso dazu wie die Produkte aus unserem Shop.

Worst case.

Oder wie Peter es besser nicht gemacht hätte.

Peter hat augenscheinlich noch keine Antworten auf unsere Einstiegsfragen. Er zeigt uns wie es irgendwie nicht geht: Er beginnt mit einem viel zu langen Zitat ohne Bezug zum eigentlichen Thema. Er verwendet fast ausschließlich Fachausdrücke, die nicht jeder seiner Zuhörer versteht. Er liest einen langen Text von der Powerpointfolie ab.

 

Und er merkt dabei nicht, dass seine Zuhörer einschlafen. 

Best case.

Wie Sie Ihre Rede beginnen.

1. Einleitung.

Wenn Sie vorab unbedingt ankündigen wollen, um was es in Ihrer Rede geht, dann gliedern Sie sie in drei einfache Punkte: Problem, Idee, Lösung.

"Unser Warenwirtschaftssystem ist veraltet. Wir haben deshalb die besten Alternativen herausgesucht und verglichen. Ein System ist dabei als klarer Sieger hervorgegangen und ich zeige Ihnen heute warum."

2. Überraschung.

Wenn Sie überraschen, haben Sie schnell die Aufmerksamkeit aller Zuhörer.


  1. Treten Sie mit Ihrem Publikum in den Dialog, stellen Sie Fragen oder fordern Sie auf, etwas zum Thema beizutragen. "Wie gut kommen Sie mit Ihrem Warenwirtschaftssystem zurecht? Gibt es etwas, das Sie verbessern würden?" Whiteboard oder Flipchart bieten sich an, um die Ideen der Beteiligten festzuhalten Besonders, wenn Sie diese Punkte später in Ihrer Rede aufgreifen und damit zeigen, dass Sie sich dieselben Gedanken gemacht haben.
  2. Regen Sie die Fantasie an: "Stellen Sie sich vor, Sie würden im 22ten Jahrhundert leben. Was glauben Sie, wie wir in der Zukunft bestellen und verkaufen werden?" Die Zuhörer haben nun die Möglichkeit, sich aktiv und gedanklich am Thema zu beteiligen, bevor Sie Ihre Lösungen präsentieren.
  3. Schocken Sie mit einem "Worst-case-Szenario": "Wenn wir unser System jetzt nicht wechseln, werden wir in spätestens fünf Jahren nur noch halb so viel Umsatz machen." Spätestens jetzt sollte jedem klar werden, dass Ihr Thema brisant und wichtig ist.

3. Versprechen.

Versprechen soll man halten. Können Sie das, ist ein Versprechen eine gute Sache: "Sie werden nach diesem Vortrag Lust haben, mit unserem neuen System zu arbeiten!" Können Sie das nicht, machen Sie erst gar keines.

4. Einstiegssatz.

Beginnen Sie mit einer Kernthese. So kündigte zum Beispiel Steve Jobs 2007 das erste iPhone an: "Heute erfindet Apple das Telefon neu." Diese Art Einstiegsätze haben den Charakter einer Überschrift, die über dem gesamten Präsentationsthema steht.

Pimp your speech.

Mittel, die ihren Zweck erfüllen.

Peter ist wirklich kein geborener Redner. Nebst Fachsimpelei und vielen Ähms und Ohms, verhaspelt er sich gerne mit Adjektiven, Substantivierungen und Schachtelsätzen. Würde er sich ein paar einfache Stilmittel aneignen, wären seine Zuhörer weniger gelangweilt.

Auch Sie müssen kein Spitzenmoderator sein, um mit den folgenden Regeln zu arbeiten:

1. Kurz und knapp.

Versuchen Sie einmal, nicht mehr als 150 Zeichen für themeneinleitende Sätze zu verwenden! Je kürzer und prägnanter diese sind, desto besser können Sie und Ihr Publikum sie sich merken. Kurze Sätze sind auch schnell zu Papier oder Whiteboard gebracht. "Unser Unternehmen muss konkurrenzfähig bleiben. Lernen Sie deshalb jetzt das Warenwirtschaftssystem der Zukunft kennen!"

2. Problem und Lösung.

Konkurrierende Unternehmen, schlechte Wirtschaftssituationen oder fachliche Probleme. Das sind die Steine, die Sie bewegen müssen? Dann machen Sie es plastisch. Zeigen Sie auf, welche negativen Folgen durch solche "Gegner" auftreten können und lassen Sie Ihre Lösung als "Helden" im Raum stehen.
Für Willy Brandt war beispielsweise noch vor dem sicheren Ende der DDR die Mauer ein Gegner: "Berlin wird leben und die Mauer wird fallen. Übrigens, übrigens, liebe Freunde, ein Stück von jenem scheußlichen Bauwerk, ein Stück davon könnte man dann von mir aus sogar als ein geschichtliches Monstrum stehen lassen." Und wir wissen heute: Hier wurden wirklich Steine bewegt.

3. Vorteile und Fakten.

Natürlich sind technische Details und Prozessabläufe wichtig, aber viel wichtiger ist zu wissen, was diese Ihren Zuhörern bringen. Wenn Sie also erst klarstellen, was Ihr Publikum davon hat, will dieses auch erfahren, wie es funktioniert. Diese Vorteile sollten dabei sichtbar im Raum stehen bleiben, zum Beispiel auf einem Flipchart oder an eine Pinnwand geheftet.

4. 1, 2 und 3.

Anweisungen, die in drei Teile gegliedert sind, kann man leichter folgen. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer bleibt in der Regel bis zum dritten Teil erhalten.
Steve Jobs führte einmal mit der Dreier-Regel ein iPhone ein: "Heute stellen wir drei revolutionäre Produkte vor." Tatsächlich war es nur ein Produkt mit drei Funktionen, aber diese drei Funktionen hat niemand vergessen: Musik hören, mobil telefonieren, im Internet surfen. Das Smartphone war geboren.

5. Verkäufe und Träume.

Verkaufen Sie Träume! Dann verkaufen Sie nicht das neue Warenwirtschaftssystem, sondern das Versprechen leichterer Bestellprozesse, von mehr Umsatz oder einer größeren Datenaufnahme.

6. Text und Bild.

Verzichten Sie darauf, sich zu wiederholen. Nutzen Sie lieber passende Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Für Stichworte, Themenpunkte und Vorteile können Sie außerdem Präsentationswände nutzen. Wenn Sie häufiger präsentieren, schaffen Sie sich doch einen Moderationskoffer an, damit Sie alle Materialien immer schnell griffbereit haben.

7. Zahlen und Vergleiche.

Große Zahlen erschließen sich Zuhörern nicht immer sofort. Je größer die Zahl, desto wichtiger ist es, Analogien oder Vergleiche zu finden, die die Daten für die Zuhörer relevant machen.
Heinz Smital von Greenpeace zog in einer Rede gegen die Nutzung von Atomkraft folgenden Vergleich: Er hob ein zu drei Vierteln gefülltes Glas Wasser an und sagte, dass diese Menge Cäsium-137 bereits ausreiche, um die Hälfte der Landesfläche Deutschlands zu kontaminieren.

8. Einfach und direkt.

Fachchinesisch, lange Wörter und viele Adjektive sollten vermieden werden. Eine klare, einfache und direkte Sprache ist effektiver.

9. Emotion und Leidenschaft.

Haben Sie Bilder, Videos, Anekdoten, die zu Ihrem Thema passen und Emotionen auslösen? Freude, Begeisterung oder Rührung? Dann setzen Sie das an einer Stelle ein, die eine wichtige Information beinhaltet. Diese ist dann geknüpft an den Moment, den man nicht vergisst.

One more thing.

Was kommt als nächstes?

Übung macht den Redner, denkt sich Peter. So eine Präsentations-Pleite wie eben beschrieben, möchte er nie wieder erleben. Also nutzt er die Stilmittel, die er am besten findet und baut sich die Inhalte für seine nächste Präsentation zusammen. Er übt das Reden vor dem Spiegel, er übt es vor seiner Familie und schließlich trägt er es zur Probe auch nochmal vor ein paar Kollegen vor. Er entwickelt so seinen ganz eigenen Stil und das Moderieren beginnt ihm Spaß zu machen. Damit handelt Peter frei nach Steve Jobs Vorschlag: "Bleibt hungrig, bleibt verrückt!".

Was soll jetzt noch schiefgehen? Nichts, wenn für die Sicherheit am Arbeitsplatz gesorgt ist. Was alles dazu gehört erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag:

>> Zur Arbeitssicherheit.

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